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Friedenserziehung beginnt auf dem Wickeltisch

In den ersten Jahren mit Kindern verbringen wir Eltern viel Zeit damit, sie zu wickeln. Das ist zu Beginn eine recht einfache Sache, da diese kleinen Wesen dann noch relativ ruhig da liegen und wir ausziehen, waschen und Windeln wechseln ohne größere Schwierigkeiten „erledigen“ können.

Aber – es geht ja so schnell und dann ist von ruhig da liegen und Mama oder Papa mal machen lassen wenig übrig.  Die Füße zappeln, die Hände greifen nach Diesem und Jenem und kaum können sie sich drehen, scheint es mehr so zu sein, als hätten wir einen Hubschrauber auf dem Lande-oder Abflugplatz zu wickeln statt einem Kind. Ständiges drehen, keine Zeit, um auch nur eine Sekunde ruhig zu liegen.
Dann wird das Wickeln mitunter zu einer großen Herausforderung. Es graust uns womöglich schon davor, diese täglich mehrmals wiederkehrende Sache durchziehen zu müssen.
Auch die Kinder reagieren – wollen schon gar nicht zum Wickeltisch und äußern lautstark ihren Protest. Wenn sie dann laufen und womöglich schon ein paar Worte artikulieren können, hören wir klar und deutlich ein „Nein“ während sie in die entgegengesetzte Richtung des Wickeltischs flüchten.

Viele Eltern, die ich von meinen SpielZeit-Gruppen kenne, erzählen immer wieder von diesen Herausforderungen beim Wickeln.

Wie gerne würde ich euch hier an dieser Stelle das geniale Video einer Wickelsituation zeigen, das ich im Zuge meines Pikler-Praxisbegleitungskurses sah. Wir Teilnehmerinnen  haben die Aufgabe, immer wieder aus unserer Arbeit Videos mit zu bringen um diese dann gemeinsam ganz genau zu analysieren und zu reflektieren. Daraus lernen wir sehr viel! Allerdings sind diese Videos natürlich nur für Ausbildungszwecke und dürfen nicht irgendwo sonst gezeigt werden. Weiterlesen „Friedenserziehung beginnt auf dem Wickeltisch“

Kooperation oder Widerstand

Wenn Kinder ihren eigenen Willen entdecken,  erleben wir Eltern hin und wieder, wie stark sich die Kinder gegen uns und unsere Vorstellungen stellen. Da sitzen diese kleinen Menschen am Boden, spielen zufrieden und wir müssten doch eigentlich mal wirklich auf den Weg gehen, um einzukaufen, jemanden zu besuchen, rechtzeitig zu einem Termin zu kommen oder was auch immer. Natürlich bereiten wir diese spielenden, in ihrer Welt versunkenen Wesen auf das Kommende vor…“Du, es ist jetzt bald Zeit, um in den Kindergarten zu gehen. Bist du schon bereit?“ Vielleicht kommt ein „Ja“ und das Kind steht auf, geht sich anziehen und wartet dann geduldig, bis wir auch soweit sind. Ach, wie wär das schön, wenn das immer so wäre!! Weiterlesen „Kooperation oder Widerstand“

Wiederholungen

Und wieder füllt sich unsere Wohnung mit dem Kindergold der Natur – den wunderschön braun glänzenden Kastanien. Neben dem ständig präsenten Lego und den überall herumliegenden Büchern, die die Kinder lesen, sind die Kastanien treue Gäste des Herbstes in unserer Wohnung.

Wiederholungen sind wohl eine der wesentlichen Konstanten beim Lernen und Wachsen von Kindern.
Kennt ihr das, wenn die noch ganz kleinen Kinder scheinbar ohne die Begeisterung dafür zu verlieren, immer wieder die gleichen Wörter sagen. Wenn sie immer wieder die gleichen Fragen stellen und sich wie Könige über die ihnen schon bekannte Antwort freuen. Wenn sie immer wieder die gleichen Abläufe im Alltag einfordern. Die Liste der Dinge, die Kinder in scheinbarer Endlosschleife wiederholen wäre lange!

Wiederholungen geben Sicherheit, sie ermöglichen den Kindern, etwas zu lernen, zu vertiefen und Wissen zu festigen. Weiterlesen „Wiederholungen“

Unrund?

 

„Aber der Globus dreht nicht rund – er eiert immer.
In der Außenwelt ist immer irgendwo der Teufel los.
Eine schön regelmäßig runde Außenwelt als „heile Welt“ hat es nie gegeben.
Eine „heile Welt“ kann immer nur deine eigene Innenwelt sein,
sofern du dein Ich im Gleichgewicht hältst“
Max Lüscher

Der Herbst ist da, die Schule hat längst angefangen und steuert bereits den ersten Ferien entgegen. Die Dinge gehen ihren Lauf und doch schwebt irgendwie etwas in der Luft, was uns hin und wieder unrund macht. Die einen mehr, die anderen weniger. Jeder versucht, Wege zu finden, um mit dem Thema Corona für sich umzugehen. Es für sich irgendwie zu integrieren, denn „wegmachen“ können wir das nicht mehr. Dieses Virus wird auf der Erde bleiben, ob wir wollen oder nicht. Auch das Thema mit der Klimakatastrophe können wir nicht mehr einfach so unter den Tisch kehren. Die nächsten zehn Jahre werden entscheidend sein – vor allem im Hinblick auf die Zukunft unserer Kinder ist dies bedeutender als je zuvor.

Und das sind jetzt nur zwei Themen, die im Außen sind….im Alltag mit den Kindern wirken sie zusätzlich zu unseren inneren Entwicklungsprozessen…und dann wird es manchmal auch im Zwischenmenschlichen unrund!

Dann wird es laut . Dann finden kleine und größere Unstimmigkeiten immer mehr Raum in unserem Familienalltag. Dann kommen Emotionen ins Spiel, die wir eigentlich lieber nicht empfinden würden…dann fühlen wir uns unzulänglich und als schlechte Eltern…wir müssten es doch eigentlich besser wissen. Müssten wissen, dass wir Verantwortung für unser Fühlen, Denken, Handeln übernehmen sollten, um unsere Kinder achtsamer, respektvoller begleiten zu können. Müssten wissen, dass wir Sorge tragen, für eine geeignete Umgebung, in der die Kinder sich sicher und geborgen, den eigenen inneren Prozessen nach entfalten können. In ständiger Interaktion mit ihrem inneren Lebensplan und der Umgebung in der sie leben. Ohne, dass sie durch unser unrund-sein darin blockiert werden.

„Es sind also die Bürden unserer eigenen nicht gelösten Problematik, die auf dem Lebensgefühl unserer Kinder lasten und nicht zulassen, dass sie jede ihrer Entwicklungsetappen
voll und wohl beschützt erleben können.“
Rebeca Wild

Zum Glück fällt es den Meisten von uns auf, dass irgendwie der Wurm drin ist, dass es eben gerade etwas unrund läuft – bei uns selbst und somit auch in der Familie. Zum Glück können wir dann innehalten und überlegen, was uns helfen kann, wieder mehr ins Gleichgewicht zu kommen.  Mir haben in letzter Zeit die Bücher von Sandra Konrad („Das bleibt in der Familie“, „Das beherrschte Geschlecht“) und Andre Sterns‘ Buch  („Die Rhythmen und Rituale unserer Kinder“) geholfen, meine eigenen Themen etwas zu sortieren und im Gespräch mit mir wichtigen Menschen zu reflektieren. Wertvoll ist es in diesen Phasen, wenn ich mir Zeit für mich gönne…einen Spaziergang ganz Alleine, einen Tag Tai Ji weg von zuhause und so oft es geht, Ruhe…

Und langsam, langsam finden die Dinge wieder ihren Weg, so wie das Wasser seinen Weg findet…mit ein wenig Unterstützung, damit es dorthin fließt, wo es gebraucht wird. So fließt dann auch die Energie wieder dorthin, wo sie dem Leben dient, so lösen sich  Spannungen und das Zusammensein wird wieder freudvoller und liebevoller.

Darum ist es notwendig, dass wir uns ehrlich unserer eigenen Problematik stellen, damit sie nicht ständig zwischen uns und unserem Verhältnis zu den Kindern steht. “
Rebeca Wild

„Als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“

Wie geht es euch, wenn ihr euer unrund-sein spürt? Fällt es euch leicht, hin zu schauen? Was hilft euch, eure Themen zu sortieren, einzuordnen, um mit den Herausforderungen des Eltern-Seins und den Herausforderungen des Lebens in eurem Inneren und in der äußeren Umgebung zurecht zu kommen?

Wirkungsraum-Studio

Schön ist er geworden, der neue Raum! Der Boden erstrahlt in neuem Glanz, der Geruch nach Maschinenöl ist verschwunden, es ist hell, freundlich und ja, gemütlich.
Nun hoffe ich sehr, dass kleine und große Menschen kommen, um die vielfältigen Angebote zu nützen.

Hier etwas für Eltern und solche die es werden möchten:

Ausschreibung_Seminare

 

Sommeraktivitäten

Ich kann mich noch so gut an meine Schulzeit erinnern – vor allem an das wunderschöne Gefühl, Sommerferien zu haben! Schier endlos lange kamen mir diese neun Wochen vor. Sie waren gefüllt mit Leichtigkeit, frischer Luft, spielen ohne Unterbrechung….Freiheit eben.
Und nun erlebe ich dieses Sommerferiengefühl wieder durch meine Kinder. Mir vergehen die Wochen der Sommerferien jetzt leider viel zu schnell  – ich genieße diese Zeit so sehr und freue mich über die unzähligen Ideen, die meine Kinder tagtäglich haben.

Natürlich frage ich sie vor Beginn der Sommerferien, ob sie auch bei irgend einem Ferien/Sommerprogramm mit machen wollen so wie viele ihrer Freundinnen und Freunde oder eventuell auch in ein Ferienheim gehen möchten – denn schließlich wäre das doch toll – ohne Eltern mal was zu machen (denn auch wenn ich die Zeit mit meinen Kindern sehr genieße, freue ich mich über Pausen vom Mama-Sein). Aber, nein, beide lehnen das vehement ab mit dem Argument, dass sie bei solchen „Programmen“  nicht das spielen und tun können, zu dem sie Lust haben.

Und es ist wirklich erstaunlich, was sie alles aus sich heraus tun. So hatte der Herr Sohn die Idee, für die ganze Weiterlesen „Sommeraktivitäten“

SpielZeit für 0-3 jährige

„…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“
Astrid Lindgren

Dieses Zitat hat irgendwie mit dem Eltern-Sein zu tun! Oder wann habt ihr Mamas und Papas Zeit, um einfach nur da zu sitzen und vor euch hin zu schauen?
Ich möchte euch einladen, genau das zu tun!
Wo?
In der SpielZeit im Wirkungsraum! Einfach nur da sitzen und euer Kind beobachten und genießen.

Nichts tun müssen – einfach durchatmen.

Nichts tun müssen, einfach da sein… als sicherer Hafen für euer Kind.
Nichts tun müssen, einfach nur die Ruhe genießen.
Nichts tun müssen und erleben, wie das eigene Kind mit der Umgebung und anderen Kindern und Erwachsenen interagiert.
Sich selbst und dem Kind Zeit schenken und erfahren, wie wohltuend es sein kann, Menschen um sich zu haben, die respektvoll und unterstützend die Herausforderungen des Eltern-Seins begleiten.

Im September 2021 starten wieder neue Gruppen. Ich freue mich auf euch und eure Kinder!
iris@wirkungsraum.at

Zuhören

Letztens wurde mir wieder einmal bewusst, wie wertvoll und wichtig es ist, wirklich zuzuhören. Es war irgendwann unter der Woche. Die Kinder und ich hatten einen vollen Tag. Jeder von uns war den ganzen Tag beschäftigt, in der Schule, bei der Arbeit, bei Freunden und auch zuhause. Meine Liste mit den Aufgaben, die ich mir vorgenommen hatte, war noch längst nicht abgearbeitet als es langsam Zeit wurde, das Abendessen zu richten. Weiterlesen „Zuhören“

Elternumfrage

Liebe Mamas, liebe Papas, liebe Interessierte!

Gemeinsam mit Sabine von der Thannen-Hächl möchte ich ab Herbst 2021 in meinen erweiterten Räumlichkeiten zusätzliche Angebote für Eltern schaffen.

In vielen Gesprächskreisen wurde von Eltern immer wieder rückgemeldet, dass ein fachlich begleiteter Austausch  wertvoll und unterstützend ist. Der Lebensalltag mit Kindern, als Familie birgt Höhen und Tiefen, hat das Potential zur Entgleisung aber auch zu großem persönlichen Wachstum.

Damit wir auf eure Bedürfnisse abgestimmte Angebote entwickeln können, möchten wir durch eine Elternumfrage ein klareres Bild eurer Anliegen bekommen.

Unter folgendem link könnt ihr anonym Fragen beantworten und persönliche Anregungen einbringen: https://www.survio.com/survey/d/A4U7Z8V5A1E6J5O6F

Ich danke euch von Herzen für euer Mitmachen und freue mich, wenn ich die Eine oder den Anderen bei zukünftigen Workshops, Seminaren für Eltern im Wirkungsraum begrüßen darf!

Liebe Grüße

Iris